Découvrir Toul

Stadt der Geschichte

Toul hat zahlreiche Trümpfe, um zu gefallen. Von den zwei architektonischen Kulturgütern werden Sie mit Sicherheit zwei gotische Sehenswürdigkeiten in Erinnerung behalten : die Kathedrale St. Etienne und die Stiftskirche St. Gengoult, dies ist aber nicht alles. Laufen Sie durch die Straßen der Stadt und halten Sie die Augen offen, es gibt zahlreiche Spuren der Vergangenheit.

DIE KATHEDRALE ST. ETIENNE
Die ab 1221 begonnene und um 1500 fertiggestellte Kathedrale vereint einen romanischen Grundriss und eine gotische Bauweise. Sie ist das Symbol für eine reiche bischöfliche Vergangenheit von Toul.
Sie ist die erste gotische Kathedrale des römischen Reiches, sie ist eine einmalig gelungene Mischung aus gotischem, ottonischem und Reimser Stil. Eine Innovation in der Architekturgeschichte.

Cathédrale vue du jardin de l'hôtel de ville

Die Fassade im Flamboyant-Stil, der reichgeschmückteste Teil dieses Gebäudes, steht im Kontrast zu der Strenge, die vom gotischen Stil des restlichen Gebäudes ausgeht. Nach Fertigstellung der Kathedrale wurden zur Zeit der Revolution ihre Statuen geraubt, aber die übriggebliebenen Verzierungen machen aus ihre ein bemerkenswertes und angesehenes Bauwerk.

Der Besucher kann bei Betreten dieses Bauwerks nicht indifferent bleiben : das beeindruckende Gewölbe, die Polychromie im Inneren und die außergewöhnlichen Maße des Bauwerks hinterlassen einen besonderen Eindruck.

Nach einem Brand des Daches und des Südturms im Juni 1940 wurde sie restauriert, und die Kathedrale St. Etienne hat ihre mittelalterlichen Farben wiedererhalten : eine gewagte Restaurierung und ein erstaunliches Ergebnis !

Bewundern Sie in der Kathedrale auch die große Schwenkedel-Orgel : sie wurde im Juni 1963 eingeweiht, von einer barocken Empore aus dem XVIII. Jahrhundert gestützt ; sie hat 64 Register und 4800 Orgelpfeifen. Es ist ein wunderschönes Instrument und gehört zum Bach Festival in Toul.

Sie sollten auch nicht die 2 Renaissance Kapellen verpassen : Bischofskapelle (1537) – sie ist zurzeit geschlossen und soll renoviert werden sowie die Jean Forget Kapelle (1549), dessen verzerrte Kassettenkuppel das Werk des Domherren Jean Pélerin, der als Viator bezeichnet wurde, und Kunstkenner der Renaissance war. Weiter vorne finden Sie die Grabplatte mit den Reliquien vom Heiligen Gerhard, der als erster Bischof in Toul (IV. Jahrhundert) bekannt war, das klassische Chor aus dem XVII. und XVIII. Jahrhundert sowie die Altäre und Gemälde, die mit der Zeit hinzugefügt wurden, wie z.B. das Gemälde des Sacré-Coeurs, ein Werk von Girardet und Geschenk des Königs Stanislas, seiner Tochter, der Königin Maria Leszczynska und dem Thronfolger.

Der Kreuzgang der Kathedrale überrascht aufgrund seines Ausmaßes : Mit einer Länge von 54 m und 43 m Breite ist er einer der größten gotischen Kreuzgänge Frankreichs.
Eine berühmte Person hat dort gearbeitet, bevor sie auf der Baustelle der Kathedrale von Metz (wo sie seine Seele an den Teufel verkauft hat) gearbeitet hat : Pierre Perrat. Er stammt aus dem XIII. und XIV. Jahrhundert und wird von einer Anzahl bemerkenswerter Wasserspeier geziert : in Form von vertrauten und fantastischen Tieren sowie menschlichen Personen

Im Sommer kann der Südturm bestiegen werden, und man hat von dort oben eine 360° Aussicht auf die Touler Gegend und die Moselschleifen. Dort wird auch eine Mahlzeit mit Quasimodo (oben zwischen den beiden Türmen) sowie ein Lichterschauspiel (auf der Fassade der Kathedrale) und das berühmte Bach Festival organisiert.

STIFTSKIRCHE ST. GENGOULT
Der Bau der Stiftskirche, die im gotischen Stil ist und sich Anregungen in der Champagne holte, begann in den Jahren 1240, als der Bau der Kathedrale bereits weit fortgeschritten war.
Das große Werk wurde in den Jahren 1510 mit einer letzten Arbeitsphase beendet, die den gesamten Bau mit ihrem Portal und ihrer Fensterrosette schmückt. Die Fassade bleibt aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Zeiten zu Beginn des XVI. Jahrhunderts unvollendet : zuerst Hungersnot und dann die Pest.
Sie wurde zum Teil von den Bürgern der Stadt Toul finanziert und sie stellte eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber dem Bischof dar.

Collègiale Saint-Gengoult

Wir haben wenige Quellen bezüglich St. Gengoult – es könnte sich um einen Adligen mit dem Namen Gengoulf handeln, der zur Gefolgschaft von Pippin dem Kurzen gehörte, der Ländereien in der Gegend von Langres besaß.
Er war ein großer Jäger und war für seinen Gerechtigkeitssinn, seine Frömmigkeit und seine Großzügigkeit bekannt.
Er lebte zurückgezogen auf seinem Gut wegen der Untreue seiner Frau und wurde von dem Liebhaber seiner Frau ermordet. Durch dieses Martyrium wurde er zum Schutzpatron der Ehepaare in Schwierigkeiten. Er war es auch für die Großjäger und die Falkner.

Die Architektur der Stiftskirche wird durch den Reichtum der Fensterdekors unterstrichen.
Die Kirchenfenster der Apsis und der Chorkapelle stammen aus der Bauzeit des Chors im XIII. Jahrhundert und waren seinerzeit die größten Glasfenster in Lothringen.
Eine Glanzleistung ! Die Fenstervervollständigung in der Kirche erfolgte im XIV. und XIX. Jahrhundert.

In der Stiftskirche beschäftigt den Besucher eine Sache :
Eine schiefe Tür
Ihr Dekor besteht aus einem spätgotischem Motiv und der Rahmen ist in einem Renaissance Stil.
Das Werk wurde absichtlich von der Vorderansicht aus exzentrisch falsch ausgerichtet : Man sollte es vom Eingang der Kirche aus sehen können, von dort aus macht es einen symmetrischen Eindruck ; es ist ein Werk von Jean Pélerin (auch Viator genannt), Domherr der Kathedrale und Kenner der Renaissance Kunst.

Die Stiftskirche St. Gengoult, die kleiner ist als die Kathedrale, beherbergt einen wahren architektonischen Schatz : ihren Kreuzgang
Im Jahr 1510 wurde mit dem Bau begonnen und 1552 wurde er abrupt beendet ; es ist ein erhaltenes Werk, das den spätgotischen und den Renaissance Stil kunstvoll vereint.
Der Dekor des Säulenganges wird von 78 Schlusssteinen eingerahmt, deren Motive alle einzigartig sind.

Die Fenster sind alle fein dekoriert : Monster, Drachen, Allegorien wurden auf die Kapitellen und Giebelgemeißelt.
Wenn Sie in die Stiftskirche gehen, öffnen Sie Ihre Augen, entdecken Sie ihre Reichtümer, sogar die Ortsansässigen entdecken immer noch erstaunliche Einzelheiten, die Sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen haben.

Das Rathaus
Der frühere Bischofspalast von Toul wurde Mitte des XVIII. Jahrhunderts erbaut. Im Dezember 1939 brannte er ab und wurde zu Beginn der 70er Jahre mit einer in klassischem Baustil gehaltener Fassade wieder neu aufgebaut.

Kunst – und Geschichtsmuseum in Toul
Es ist im ehemaligen „Maison Dieu“ untergebracht, in dem auch ein Krankensaal aus dem XIII. Jahrhundert existiert. Es bietet eine umfangreiche Sammlung, die die historische Vergangenheit von Toul schildert.
Es besteht aus mehr als 28 thematisch angeordneten Räumen, die der Besucher in chronologischer Reihenfolge durchläuft.
Von der Urgeschichte über das Mittelalter bis zur zeitgenössischen Epoche überrascht Sie dieses Museum mit der Reichhaltigkeit seiner Sammlung (Antiquitäten, Malereien, Skulpturen, Kunst und Volkstümliches, Religions- und Militärkunst, Wandteppiche, Keramik aus Toul Bellevue).

Die Kreuzgänge
Toul ist eine der wenigen Städte, deren beide gotischen Kreuzgänge noch erhalten sind.

Der Kreuzgang der Kathedrale St. Etienne
Mit einer Länge von 54 m und einer Breite von 42 m ist er einer der größten gotischen Kreuzgänge Frankreichs.
Eine interessante Anzahl von Wasserspeiern vervollständigt das Ganze.
Der Kreuzgang der Stiftskirche St. Gengoult
Sein wunderschöner Kreuzgang im spätgotischen Stil wurde zu Beginn des XVI. Jahrhunderts erbaut.
Ein mittelalterlicher angelegter Garten bereichert diesen Standort.

Gut zu wissen :

-  Kathedrale :
Vom Tag des offenen Denkmals bis zum 1. Juli, ist sie täglich wie zu den Öffnungszeiten des Touristenbüros « Maison du Tourisme » geöffnet.
Vom 1. Juli bis zum Tag des offenen Denkmals :
9.30 bis 18.30 Uhr, Möglichkeit den Südturm zu besteigen (Kinder + 6 Jahre, festes Schuhzeug)
Mahlzeit des Quasimodos, Lichterschauspiel

-  Stiftskirche St. Gengoult :
Öffnungszeiten vom 1. Juli bis zum Tag des Denkmals :
Juli und August 10 bis 12 Uhr & 14 bis 18 Uhr
September : 14 bis 17.30 Uhr